Sehens­würdigkeiten in Genua

Was du gesehen haben musst – und was andere noch nicht gesehen haben.

Genua macht es einem nicht leicht. Die Stadt zeigt sich nicht auf den ersten Blick; sie klebt zwischen Meer und Bergen am Hang, und die schönsten Ecken liegen oft hinter einem unscheinbaren Tor oder am Ende einer Treppe, die du sonst nie hochgelaufen wärst. Hier sind die Orte, die ich jedem zeige, der mich in Genua besucht.

Via Garibaldi und die Palazzi dei Rolli – die Paläste der reichen Händler

Palazzo Rosso und Palazzo Bianco Genua

Wenn du nur eine Straße in Genua siehst, dann diese. Im 16. Jahrhundert haben sich die reichsten Familien der Stadt hier ihre Paläste gebaut, einer prächtiger als der andere; seit 2006 gehören sie zum UNESCO-Welterbe. Drei davon kannst du mit einem Ticket besichtigen: Palazzo Rosso, Palazzo Bianco und Palazzo Tursi, zusammen die Musei di Strada Nuova. Im Palazzo Tursi liegt übrigens „Il Cannone“, die Geige von Paganini.

Schon die Fassaden sind von außen beeindruckend. Richtig schön wird es aber, wenn du in die Innenhöfe und Gärten gehst. Genua ist so eng: In den Gassen hast du kaum Platz und siehst oft nicht mal den Himmel. Und dann stehst du plötzlich in diesen großen Räumen, mit Licht und Luft, in den Oasen der großen Genueser Familien. Das ist ein komplett anderes Gefühl.

Mein Tipp: Zweimal im Jahr gibt es die Rolli Days. Dann öffnen dutzende Paläste, die sonst privat sind, und du kommst in Innenhöfe und Säle, an denen du sonst nur vorbeiläufst. Die nächsten Termine stehen auf visitgenoa.it.

Musei di Strada Nuova geöffnet: Di–Fr 9–19 Uhr, Sa–So 10–19:30 Uhr, montags zu.

Piazza De Ferrari und Kathedrale San Lorenzo

Kathedrale San Lorenzo Genua

Der große Platz mit dem Brunnen ist der Treffpunkt der Stadt. Von hier läufst du in zwei Minuten zur Kathedrale. Die schwarz-weißen Streifen an der Fassade siehst du von Weitem; das eigentlich Verrückte ist aber drinnen. Dort steht die Kopie einer britischen Granate, die 1941 während eines Gottesdienstes durchs Dach geschlagen und nicht explodiert ist. Der Eintritt ist frei.

Die Altstadt – ein Labyrinth aus Caruggi

Gasse in der Altstadt Genuas

Die Gassen der Altstadt heißen hier Caruggi, und manche sind so eng, dass kaum Sonne reinkommt. Dafür findest du an jeder Ecke eine Bäckerei, eine Bar oder einen winzigen Laden, den es seit hundert Jahren gibt.

Den besten Ruf hatten die Caruggi allerdings nicht immer. Heute sind sie vor allem tagsüber sehr belebt und touristisch, und die Stadt tut viel dafür, die Gassen zu beleben und sicher zu machen. Es gibt aber nach wie vor ein paar Ecken, wo eher zwielichtige Gestalten unterwegs sind; da würden sich zum Beispiel meine Schwiegereltern nicht aufhalten. Ich selbst fühle mich dort eigentlich nicht unsicher. Meine Frau würde da aber nicht allein langlaufen, und teuren Schmuck oder Uhren würde ich da auch nicht gerade herumwedeln. Mag sein, dass bei den Genuesern einfach noch der alte Ruf hängt. Im Zweifel lieber etwas vorsichtiger sein, auf deine Sachen aufpassen und da bleiben, wo auch viele andere Touristen unterwegs sind.

Wie du die Altstadt am besten kulinarisch erkundest, steht in meinem Spaziergang zu den besten Snacks.

Porto Antico und Lanterna

Genua Hafen bei Regen

Den alten Hafen hat Renzo Piano 1992 umgebaut. Hier liegen das Aquarium, der Panoramaaufzug Bigo und das Galata, ein Museum zur Seefahrt; mehr dazu in meinem Artikel zu Genua bei Regen.

Ganz am anderen Ende des Hafens steht die Lanterna, der 77 Meter hohe Leuchtturm und das Wahrzeichen der Stadt. Über einen Fußweg kommst du zum Museum und auf die erste Terrasse. Geöffnet ist meist nur am Wochenende; die aktuellen Zeiten stehen auf museidigenova.it.

Spianata Castelletto – der beste Blick auf die Stadt

Genua Panoramablick

Ein alter Jugendstil-Aufzug fährt dich aus der Altstadt hoch auf die Aussichtsterrasse. Von oben siehst du die Dächer der Altstadt und dahinter den Hafen. Besonders beliebt ist der Blick zum Sonnenuntergang, wenn das Licht über der Stadt ganz warm wird. Unter dir die engen Gassen, dazwischen die prächtigen Palazzi; da kommst du leicht ins Träumen von der Zeit, als die Republik Genua noch eine der großen Seemächte war.

Oben gibt es aber nicht nur die Aussicht: Bei Don Paolo bekommst du sizilianische Granita, Arancini und andere Spezialitäten. Paolo Di Pietro führt die Bar seit fast 50 Jahren und sucht gerade eine Nachfolge; ob es die Granita auch nächste Saison noch gibt, ist also offen (Stand Oktober 2026).

Seit November 2025 brauchst du für den Aufzug ein AMT-Ticket, zum Beispiel das für 4 € mit vier Fahrten.

Boccadasse

Blick auf Genua Bocadasse bei Nacht

Das alte Fischerdorf mit den bunten Häusern liegt mitten in der Stadt und fühlt sich trotzdem an wie Urlaub. Am schönsten ist es zum Sonnenuntergang mit einem Aperitivo; danach noch ein Eis bei Amedeo.

Nervi

Ganz im Osten führt die Passeggiata Anita Garibaldi direkt über den Klippen am Meer entlang, dahinter liegen die Parks mit den alten Villen. Mit dem Zug bist du in rund 20 Minuten aus dem Zentrum dort; hier startet auch meine Wanderung zum Monte Moro.

Neu: Waterfront di Levante

Auf dem alten Messegelände baut Genua seit Jahren an einem neuen Viertel am Wasser, nach Plänen von Renzo Piano. Lange war das vor allem eine Baustelle, und es gab nicht wirklich einen Grund, sich dort aufzuhalten, etwa zum Essen. Im März 2026 hat im alten Palasport eine Mall mit über 70 Geschäften aufgemacht, und bald soll auch der Rest fertig sein. Dann wird sich zeigen, ob das Viertel zum Spazieren einlädt und belebt wird. Das Potenzial wäre da.

Irgendwann soll außerdem der Fuß- und Radweg vom Corso Italia entlang der Waterfront bis zum Porto Antico verlängert werden. Dann gibt es einen durchgehenden Weg von rund 5,5 Kilometern vom alten Hafen bis nach Boccadasse, immer am Meer entlang. Das wäre eine wunderbare Strecke, zu Fuß und mit dem Fahrrad.

Nach so viel Sightseeing brauchst du was zu essen? Meine Lieblingsrestaurants findest du hier.

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026